Als ich sechzehn und siebzehn Jahre alt war, habe ich mit der Begeisterung eines nicht planen müssenden Geistes zwei Manuskripte verfaßt, von denen das erste großes Lob, aber auch große Kritik von ein- und derselben Stelle erfahren hat, weswegen ich das zweite mit der gleichen Begeisterung, aber weit größeren Schwierigkeiten begann.
Diese beiden Arbeiten sind die ersten Gehversuche einer literarischen Karriere, die für mich damals – einfach das Größte war, das ich zu haben mir vorstellen konnte. Längere Texte habe ich seither niemals wieder geschrieben, habe mich lange Zeit an Lyrik versucht und bin an Kurzgeschichten gescheitert. Bisweilen war mir meine immer umfangreicher werdende Ideensammlung mehr als genug, aber heute, also genau jetzt, ist das anders.
Daß ich so lange nicht richtig schreiben konnte und es immer noch nicht kann, hat mit einer Krankheit zu tun, die Konzentrationsschwächen beinhaltet, gegen die man aber angehen kann. Im Laufe der Jahre habe ich vielen Menschen geklagt und viele Tips bekommen, wie man denn Schreibblockaden jeder Coleur überwinden könnte, der wichtigste davon ist, habe ich erfahren, Kontinuität.
Regelmäßig schreiben ist gar nicht so einfach in einem Umfeld, in dem das Chaos regiert, und zwar mit einer Kontinuität, die zwar sicherlich auch eine ist – aber eher kontraproduktiv. Sich erst ein passendes Umfeld zu schaffen und dann anzufangen zu arbeiten funktioniert in einem kleineren Rahmen durchaus, aber wenn es darum geht, einen vollständigen Lebens- und Arbeitsrhythmus umzustellen, wird man sich doch immer wieder an einem Schreibtisch wiederfinden, der mit Papieren, Dosen, Büchern, Krimskrams so übersät ist, daß man sich permanent ablenken läßt.
Mein zweites Manuskript war nicht sonderlich originell. Ich habe mich an Wolfgang Hohlbeins damals populäre Struktur seiner phantastischen Romane gehalten, die in zu vielen Werken wieder und wieder verwendet wurde, bis er sich kreativ neu erfand. Anhand dessen aber habe ich eine Geschichte planen gelernt, und genau das möchte ich mit Hilfe dieses Blogs auf die Schriftstellerei als solche übersetzen.