…schriftlich…

August 8, 2007

Unterbrechungen

Gespeichert unter: Notizbuch, Schreibtisch — schriftlich @ 7:39

Besonders schwer ist es, eine über einen langen Zeitraum zu führende Arbeit wieder aufzunehmen, wenn man in ihr unterbrochen worden ist. Aber faktisch wird das wieder und wieder geschehen. Die wenigsten Schriftsteller haben Gelegenheit, sich ganz auf ihr Projekt zu besinnen. Es gibt dann irgendwann heiße Phasen, in denen man kaum noch aufzufinden und ganz mit dem Buch oder im Buch selbst ist. Aber das richtig echte Leben fordert immer seinen Zehnten.

Seit einigen Tagen habe ich kein Wort mehr geschrieben, aber ich kann sagen, daß meine Gedanken immer wieder zu meinem Manuskript zurückgekehrt sind. Im Moment geht es ohnehin mehr um Strukturen als um konkrete Sätze, und ich weiß inzwischen, daß Mr. Hemingways Werke für meinen Protagonisten eine große Rolle spielen werden, obwohl ich ihm kein wortwörtlich literarisches Schicksal angedeihen lassen möchte.

August 1, 2007

5 3/4 Zeilen

Gespeichert unter: Notizbuch — schriftlich @ 12:12

Seitdem ich diesen Blog begonnen habe, habe ich auch standhaft an meinem neuen Projekt gearbeitet. Und Arbeit ist es wirklich, denn es ist keine Geschichte, die ich aus dem Handgelenk herunterschreiben kann. Der Unterschied liegt im Erzählstil. Wenn ich frei schreibe, dann habe ich einen sehr simplen Stil, der geeignet für ein modernes Märchen wäre – als Beispiel könnte ich „Der kleine Prinz“ anführen oder den „Traumjäger“ von Gaiman. Wahrscheinlich hab ich inzwischen eine eigene Note entwickelt, aber diese beiden Geschichten sind immer mein Vorbild gewesen.

Anders bei meinem Projekt. Hier geht es darum, ein Bild zu beschreiben, das -hinter- dem Bild liegt, das die Worte zeichnen. Heute habe ich mit argen Schwierigkeiten gekämpft, bis ich zufrieden war. Eine halbe Seite habe ich einfach gelöscht. Sie hat zwar alles enthalten, was ich sagen wollte, aber das „whooosh“-Gefühl, die mitreißende Spannung, die ich erzeugen will, ist dabei auf der Strecke geblieben.

Die halbe Seite habe ich in etwas weniger als sechs Zeilen gepackt. Sieben Achtel davon sind der Eisbergtheorie zufolge aus dem Blickfeld verschwunden. Ich schreibe nicht jeden Tag an dem Text, aber ich beschäftige mich damit aufzudröseln, was ich erreichen will. Aber heute habe ich geschrieben, und obwohl so wenig dabei herausgekommen ist, bin ich zufrieden.

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