Hemingway war es, der nach der Idee arbeitete, daß eine gute Geschichte sei wie ein Eisberg. Das bedeutet, daß etwa ein Achtel sichtbar ist, der Rest in der Tiefe verborgen und allenfalls erahnbar. Wer diesem Prinzip folgen will, muß auf die eine oder die andere Weise minimalistisch schreiben, und, darüber hinaus, ein gewisses Faible für Kriminalistik haben – unabhängig davon, ob er einen Krimi schreibt oder nicht.
Es geht dann also weg von mit Adjektiven beladenen Sätzen, die vor allem eines erreichen bei einem geduldigen Leser: ein genaue oder zumindest genauere Vermittlung des Bildes, das der Autor hat. An manchen Stellen kann das sinn-enthüllend wirken, an anderen überfrachtend. Und dann muß man sich die Frage stellen: ist es wirklich so bedeutend, daß sich der Leser das gleiche vorstellt wie der Verfasser? In einem cineastischen Sinn eröffnet Detailfetischismus extreme Qualitäten. Leider ist es schwierig, Kino zu schreiben.
Ich glaube aber, daß dieser Spagat zwischen Wort und Bild zu meistern ist. Mein Versuch wäre, nicht einen Film aufzuschreiben, sondern die andere Art des Films zu erfassen, wenn Wort und Bild zwei Seiten derselben Münze sind. Dann kann man auch minimalistisch arbeiten, dem Leser Vorstellungsräume schaffen und trotzdem Bilder erzeugen, die atemlos machen.
Wenn ich also schreibe, stelle ich mir einen Film vor, dem ich mich durch die Hintertür nähere. Bis jetzt funktioniert es erstaunlich gut.