Das ist mein Arbeitsplatz: ein großer, billig furnierter Computer-Schreibtisch in braun und schwarz. Er hat ein faustgroßes Loch irgendwo in der Mitte der Tischplatte, weil mein Vater früher einmal mehr Kabel hat versenken wollen als gut für uns alle ist. Wir finden immer noch welche wieder.
Rechts auf dem Schreibtisch steht ein eher kleiner, aber immerhin flacher Monitor in Silberoptik. Das Loch habe ich mit einer überdimensionalen Schreibtischunterlage (Leder, schwarz) zugedeckt, und darüber hinaus die nicht verstaubten Stellen.
Daß es staubig ist, sagt eine Menge: über viel Papier mit Notizen, Gekritzel, Moleskines, Bücher verschiedenster Ausrichtungen, die Häufigkeit meiner Anwesenheit. Über Ideen-Bauklötze. Ich mag es ein bißchen staubig. Ein Globus (Halbedelsteine, Einlegearbeit) ist meine Augenfreude.
In meinem Kopf habe ich aber noch einen anderen Arbeitsplatz, so einen ganz klassischen. Einen gewaltigen Schreibtisch (Massivholz), so dunkel, daß man sich allein deswegen schon fast darauf spiegelt, getäfelte Wände, eine kleine Privatbibliothek, Grün vorm Fenster, oder ab und an, wenn mir danach ist, Meerblick. Dicke, vielleicht orientalische Teppiche. Es ist ein sehr klassisches Design, in dem man ohne Computer arbeiten sollte, weil man es sonst nicht wirklich genießt. Im Winter möchte ich einen kleinen Kanonenofen, der es bullig warm macht. Es gibt dort keinen Fernseher, aber ein Grammophon. Fürs Radio muß man in die Küche gehen.
Das ist natürlich auch ein virtueller Arbeitsplatz, vielleicht sogar viel eher als jedes Betriebssystem, das auf dem Markt ist.
Ganz ehrlich, ohne Computer könnte ich nicht schreiben. Manchmal ist es Syntax-Drechselei, was ich betreibe. Trotzdem bin ich Freund von erstklassigem Papier, gut in der Hand liegenden Stiften, intellektuell-bürgerlichem Ambiente, dazu ein passend Maß an schriftstellerischer Verschrobenheit.
Verbessern würde ich vor allem eins, wenn mir einfällt, wie das zu realisieren ist. Ich würde das kreative Schreiben strikt von allen anderen Belangen des täglichen Lebens trennen. So wie es einfach gut ist, wenn man abends in ein Schlafzimmer geht, die Tür schließt und dann ist Ruhe.